4. SCHUNK Kompetenztag

Die wandlungsfähige Fabrik rückt in greifbare Nähe

„Der deutsche und europäische Maschinenbau befindet sich aktuell in einem Umbruch, wie wir ihn in den letzten zehn Jahren nicht mehr erlebt haben“. Mit diesen eindringlichen Worten unterstrich Dr. Markus Klaiber, Technischer Geschäftsführer/CTO, zum Auftakt des vierten SCHUNK Kompetenztags die jüngsten Entwicklungen innerhalb der Industrie. Über 50 Produktionsexperten aus Deutschland und der Schweiz waren zu der exklusiven Veranstaltung gekommen, um einen Tag lang praxisnah die Möglichkeiten der Flexibilisierung von Produktionsprozessen bei maximaler Wirtschaftlichkeit zu beleuchten.

Rückblick

Die Award-Gewinner 2017

Wie es gelingt, Produktionsprozesse bereits heute flexibel und wirtschaftlich zu gestalten, präsentierte SCHUNK in vier hochklassigen Case Studies, die für den SCHUNK Kompetenz-Award 2017 nominiert worden waren. Dazu zählte eine flexible Highspeed-Montageanlage der aerne engineering AG aus der Schweiz ebenso wie die effiziente Fertigung von Leichtbauwaschtischen für die Luftfahrtindustrie der Schüschke GmbH & Co. KG, das wirtschaftliche Schleifen von Planetenrädern bei der Preinfalk GmbH sowie eine vollautomatisierte Prüfzelle für Bremsventile der Tries GmbH & Co. KG. Dass die aerne engineering AG das Publikums-Voting für den Gewinn des SCHUNK Kompetenz-Awards 2017 für sich entscheiden konnte, lag wohl auch an den beeindruckenden Möglichkeiten der Anlage: Bei einer Umrüstzeit von maximal 12 min und einer Taktzeit von 1,2 s lassen sich 50 unterschiedliche Baugruppenvarianten vollautomatisch produzieren.

Insgesamt vier Unternehmen waren für den SCHUNK Kompetenz-Award nominiert und wurden vom geschäftsführenden Gesellschafter Henrik A. Schunk (re.) sowie von SCHUNK-Markenbotschafter Jens Lehmann (li.) ausgezeichnet: Preinfalk GmbH (Betriebsleiter Jürgen Kissel, 2.v.l.), Tries GmbH & Co. KG (Matthias Bachhofer, 3 v.l.), Preisträger aerne engineering AG (Daniel Aerne 4 v.l.), Schüschke GmbH & Co. KG (CEO Thomas Mauthe, 5 v.l.).

Prämierte Anwendungen 2017

aerne engineering AG

Gewinner 2017

Schüschke GmbH & Co. KG

Nominierung 2017

Preinfalk GmbH

Nominierung 2017

Tries GmbH & Co. KG

Nominierung 2017

Equipped by SCHUNK-Tour

Fertigungsrundgang mit Live-Maschinen-Demonstrationen

Station 1: Große Teilevarianzen sicher beherrschen

Große Teilevarianzen stellen in der Serienproduktion enorme Herausforderungen für das Fertigungssystem und die Flexibilität der eingesetzten Spannsysteme dar. Bei der Fertigung unserer Spannbacken gelingt uns die Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Flexibilität durch den Einsatz eines automatisierten Fertigungssystems mit einem hochflexiblen Spannsystem. Dieses besteht aus SCHUNK Spanntürmen, die mit der SCHUNK Nullpunkspanntechnik VERO-S, den Spannsystemen KONTEC, TANDEM und unseren Präzisionswerkzeughaltern ausgerüstet sind. Wir erreichen damit eine mannlose autonome Fertigung von bis zu 30 Stunden.

Station 2: Automatisierte Produktions-, Logistik- und Verpackungsprozesse

Mit SCHUNK-Komponenten gelingt die intelligente Verkettung von Produktions- und Logistikprozessen. Bei der Herstellung unserer SCHUNK TENDO Werkzeughalter sind alle finalen Prozessschritte in einer vollautomatisierten Anlage integriert. Im ersten Schritt wird die Wuchtmaschine beladen und der Wuchtprozess gestartet. Die gewuchteten Werkzeughalter werden im Anschluss laserbeschriftet und verpackt. Die höchste Präzision beim Handling in der Anlage realisieren wir durch SCHUNK Gamma und
Beta Achs-Portale in Verbindung mit SCHUNK PGN-plus Greifern und SCHUNK SRU-plus Schwenkmodulen.

Station 3: Rüstzeitreduzierung durch Schnellwechselsysteme

Wir demonstrieren Ihnen live die SCHUNKSynergie unserer Spanntechnik Produkte. Sie erleben den Einsatz unseres TENDO Slim 4ax Werkzeughalters in Verbindung mit unserem VERO-S NSL turn 570 Nullpunktspannsystem, bei der Bearbeitung von 16MnCr5 in Werkstückdirektspannung. Es wird die Leistungsfähigkeit und die Vorteile des TENDO Slim 4ax im Vergleich zur Warmschrumpftechnik in der Bearbeitung einer Kreistasche demonstriert. Zudem zeigen wir Ihnen einen Überblick über
das SCHUNK Werkzeughalterportfolio.

Station 4: MRK-Anwendung: Mensch-Roboter-Kollaboration im Fertigungsbetrieb

Mensch-Roboter-Kollaboration ist in aller Munde. Dennoch finden Sie bis heute nur sehr wenige Anwendungen live in Produktionswerken. Wir zeigen Ihnen eine kollaborative Montageanwendung in der SCHUNK Produktion. Bei dieser Anwendung kommt der 2-Finger-Parallelgreifer Co-act EGP von SCHUNK an einem KUKA LBR iiwa zum Einsatz. Dieser Greifer ist für den kollaborierenden Betrieb in dieser Anwendung zertifiziert und hat zusätzlich eine Kamera zur Werkstückerkennung
integriert. Der Mitarbeiter arbeitet hier ohne Schutzzaun mit der Automationslösung.

Station 5: Hochflexible Dreh-Fräs-Bearbeitung mit automatisierter Beladung in Kleinserien

Hohe Teilevarianz und volatile Nachfragen der Kunden führen zu kleinen Serien und häufigen Rüstvorgängen in der Produktion. Wie sie diese dennoch automatisiert und hochflexibel abarbeiten können zeigen wir Ihnen an dieser Station. In unserer Sonderfertigung setzten wir eine flexible, offene Automation ohne Schutzzaun ein. Das System ist mit SCHUNK Zentrischgreifern JGZ ausgestattet. Zudem kommt das breite SCHUNK Spanntechnik Portfolio für Dreh- und Fräsmaschinen zum Einsatz.
Über das SCHUNK Drehfutter ROTA THW plus mit SCHUNK Spannbacken bis hin zu den Werkzeughaltern TENDOturn, TENDO E compact, TENDO Slim 4ax und TRIBOS.

Technik-Torwart-Talk mit Jens Lehmann

 

Der exklusive Technik-Torwart-Talk mit SCHUNK-Markenbotschafter Jens Lehmann entpuppte sich als hochklassiges Lehrstück für wirkungsvolle Erfolgsstrategien: „Beim Weg an die Spitze war eine Portion Selbstkritik immer mein Begleiter“, unterstrich der Weltklassetorhüter und weiter: „Enttäuschungen haben mich immer lernen lassen, dass ich besser trainieren und mich in meinem Können perfektionieren musste.“ Die Nummer 1 sein bedeute, die Nummer 2 stets auf Abstand zu halten und sich immer wieder zu hinterfragen, so Lehmann weiter. Dass auch bei Greifsystemen und Spanntechnik immer noch Luft nach oben ist, machte SCHUNK Produktionschef Dr. Markus Klaiber deutlich: Ziel von SCHUNK sei es, mithilfe der Digitalisierung über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage, adäquate Unterstützung zu bieten, um eine hohe Flexibilität bei maximaler Wirtschaftlichkeit zu realisieren. Hierfür baut SCHUNK derzeit das Programm seiner Smart Services weiter aus, von der Auslegung über die Bestellung, Inbetriebnahme, Betrieb und Service.

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