Steigender Produktivitätsdruck, kürzere Produktlebenszyklen und der zunehmende Fachkräftemangel erhöhen den Bedarf an Automatisierungslösungen, die sich schnell an neue Aufgaben anpassen lassen. Humanoide Robotik gilt dabei als vielversprechender Ansatz in anwendungsvariablen Umgebungen. Eine Schlüsselrolle spielen Roboterhände als flexible Endeffektoren: Viele Aufgaben in Produktion und Logistik erfordern die Handhabung unterschiedlichster Objekte, Formen und Materialien – Anforderungen, die sich mit klassischen Greifern oft nur eingeschränkt abbilden lassen. Vor diesem Hintergrund ergänzen die SCHUNK SE & Co. KG und die Robert Bosch Robotics GmbH ihre Kompetenzen in einer vertraglichen Entwicklungskooperation. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsame Entwicklung eines Prototyps für eine Roboterhand sowie der zugrunde liegenden Technologien. Dabei soll die Erfahrung beider Unternehmen zusammengeführt und die Lösung in konkreten Industrieanwendungen erprobt werden.
Bosch bringt als globales Technologieunternehmen Know-how in Mechanik und Feinmechanik, Elektronik sowie KI- und Softwareentwicklung in die Kooperation ein. Ergänzt wird dies durch Skalierungs- und Industrialisierungserfahrung sowie eine breite Branchenkenntnis, um konkrete Anforderungen frühzeitig in die Entwicklung zu integrieren. SCHUNK steuert seine Kompetenz in flexibler Greif- und Automatisierungstechnik sowie rund 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung humanoider Hände bei. Gemeinsames Ziel ist, eine für alle humanoiden Robotertypen flexibel einsetzbare Industriehand zu entwickeln.
„Mit Bosch gewinnen wir einen starken globalen Entwicklungspartner, der technologisches Know-how mit industrieller Erfahrung vereint und über ein breites Portfolio für die Roboterhand-Entwicklung verfügt“, sagt Timo Gessmann, CTO von SCHUNK.
„Durch die Kooperation mit SCHUNK bringen wir die Stärken von zwei traditionsreichen Industrieunternehmen aus Deutschland für eine Zukunftstechnologie zusammen. Roboterhände sind ein zentrales Bauteil, um die humanoide Robotik in der Produktion voranzubringen und damit flexibler und genauer zu arbeiten als mit herkömmlichen Greifsystemen. Die Hand aus unserer gemeinsamen Entwicklungskooperation hat das Potenzial, in vielfältigen industriellen Anwendungen in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen eingesetzt zu werden“, ergänzt Mathias Pillin, CTO der Robert Bosch GmbH.
Auf der Bosch ConnectedWorld 2026 (10. bis 11. Juni 2026, Berlin) wurde bereits exemplarisch gezeigt, wie sich eine innovative Robotik-Anwendung in kurzer Zeit partnerschaftlich realisieren lässt. Ein Demonstrator veranschaulichte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme: die Wahrnehmung der Umgebung, das Greifen und Handhaben von Objekten sowie die Ausführung eines vollständigen Prozesses. Durch die Kombination eines humanoiden Roboters mit einer anthropomorphen Roboterhand von SCHUNK wird sichtbar, wie leistungsfähige Robotersysteme, intelligente Greiflösungen und moderne Software zu einer durchgängigen industriellen Anwendung zusammengeführt werden können. Das Beispiel zeigt, wie entscheidend starke Partnerschaften sind, um humanoide Robotik aus der Entwicklung heraus in robuste, industrielle Anwendungen zu überführen.